Die humoristisch gemeinte Sendung „Extra 3“ enttarnt auf erschreckende Weise ein sehr ernstes Problem: Die Ahnungslosigkeit unserer Parlamentarier in Bezug auf einen Krieg, in den sie trotz alledem bereit sind, deutsche Soldaten zu schicken. Auf die Frage, auf welcher Seite die Deutschen kämpfen würden, reichte die Antwort von „Auf der Seite der Menschen“ bis zu ratlosem Achselzucken. Weder sie selbst noch die Soldaten wissen, wofür sie kämpfen sollen, ein Ziel und eine Strategie sind nicht erkennbar. Auch die Antwort, man kämpfe für die Interessen Deutschlands und Europas, lässt die Frage offen, ob dies denn gerechtfertigt ist, angesichts der mehr als undurchsichtigen Lagen in Syrien. Viele Mächte haben ihre Interessen in der Region, von der Türkei bis zu Saudi-Arabien und anderen Anrainerstaaten.

Der Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, lobt derweil das militärische Eingreifen Russlands: „Die Russen haben mit ihrem militärischen Eingreifen den Friedensprozess erst ermöglicht“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. „Weder die Amerikaner noch die Europäer hatten eine Strategie für ein friedliches Syrien und waren auch nicht bereit, sich massiv zu engagieren. Die Russen haben es gemacht und damit ein Fenster für eine politische Lösung aufgestoßen“. Die AfD schließt sich der Einschätzung des ehemaligen Inspekteurs der Bundeswehr an. Wir lehnen eine deutsche Beteiligung an diesem Konflikt weiterhin strikt ab und fordern eine Verhandlungslösung.

Deutsche Soldaten dürfen nicht in einen Krieg geschickt werden, der nicht in unserem Interesse liegt und dessen Ziel nicht klar definiert ist. Wir haben hier einen gewaltsamen Konflikt mit einer unübersichtlichen Anzahl beteiligter Mächte und einer äußerst undurchsichtigen Gemengelage.

Zudem birgt ein Konflikt zwischen dem Nato-Staat Türkei und Russland die Gefahr eines globalen Konfliktes und belastet auch das bereits angespannte Verhältnis zwischen Deutschland und Russland. Die AfD fordert stattdessen die Stärkung der Einsatzbereitschaft der Bundeswehr und eine Konzentration auf deren Kernaufgabe, die Landesverteidigung. Dies bedeutet insbesondere den Abzug der Bundeswehr aus der Flüchtlingshilfe. Die AfD fordert eine diplomatische Unterstützung der Initiativen für eine friedliche Lösung des Syrien-Konfliktes. Ziel sollte die Entwicklung eines Konzeptes zur Stabilisierung der Region und des Landes Syrien sein.

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